Platz für Neues

Die Reuss bringt laufend Kies und Sand, den sie in ihrem Delta ablagert. Allerdings schüttet sie nicht nur auf, sie lagert auch um und trägt wieder ab. So entstehen immer wieder neue, vegetationsfreie Kiesflächen. Schnell siedeln sich die ersten Pionierpflanzen an und von überall aus der Umgebung wandern Pflanzen ein. Eine grosse Vielfalt entwickelt sich in kurzer Zeit. An Tieren sind es vor allem verschiedenste Insekten und kiesbrütende Vögel. Wenn der Fluss nicht eingreift, wird die Kiesfläche immer grüner, bis schliesslich ein Auenwald entsteht. Das ist der natürliche Vorgang, der zur Zeit im Reussdeltagebiet auf den geschütteten Naturschutzinseln abläuft.

Vorkommende Pflanzenarten:

Vorkommende Tiere:

Was Pioniere ausmacht

Pionierpflanzen besitzen die Fähigkeit schnell an einen neuen Ort zu gelangen, auch wenn dieser weit weg von ihrem ursprünglichen Wuchsort liegt. Als Transportmittel benützen viele Pionierpflanzen den Wind. So bilden zum Beispiel Weiden kleine, leichte Samen, die von einem Flaum weisser Haare umgeben sind. Der Haarflaum dient als Flughilfe, dank der die Samen kilometerweit fliegen können.

Weitere wichtige Fähigkeiten der Pioniere sind rasch zu keimen, schnell zu wachsen und neue Samen zu produzieren. Es könnte ja sein, dass ihr Standort bereits nach kurzer Zeit wieder zerstört wird. Wenn die Pflanze dabei stirbt, hat sie wenigstens noch für Nachwuchs gesorgt.

Bleibt eine Kiesfläche ungestört und unberührt von weiteren Hochwassern, bildet sich eine immer dichtere Pflanzendecke und die Pioniere verschwinden. Denn eines ertragen die meisten von ihnen nicht: die Konkurrenz anderer Pflanzen.

Kiesflächen im Reussdelta
Zurück