Voll im Saft

Die Pflanzen wachsen hier so dicht und hoch wie in keiner anderen Riedgesellschaft. Das üppige Wachstum ist möglich, weil mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen als sonst in einem Ried. Die Nährstoffe kommen meist von aussen, vom angrenzenden intensiv bewirtschafteten Landwirtschaftsland oder von einem Bach, der immer wieder überschwemmt. Entsprechend liegen die Hochstaudenriede meist am Riedrand sowie entlang von Bächen und Gräben. Weil viele Hochstauden lange und üppig blühen, sind sie für Insekten eine wichtige Nahrungsquelle.

Vorkommende Pflanzenarten:

Allzu viel ist ungesund

Die vielen Nährstoffe lassen nicht nur Hochstauden üppig wachsen, auch andere Pflanzen profitieren. Einzelne davon sind in Naturschutzgebieten nicht sehr beliebt, weil sie dazu neigen alles um sich herum zu beschatten und zu verdrängen, was zu einer Verarmung führt. Zu diesen Nährstoff-Profiteuren gehören eingeschleppte Pflanzen wie die Goldrute, aber auch einheimische wie die Grauerle oder das Schilf. Ohne Bewirtschaftung entwickeln sich Riedflächen in der Regel zu einem Wald. Es kann jedoch vorkommen, dass die regelmässige, traditionelle Herbstmahd nicht mehr ausreicht, um diese unerwünschten Pflanzen in Schach zu halten. Will man den Blüten- und Artenreichtum eines Hochstaudenrieds retten, muss zu speziellen Massnahmen gegriffen werden: Erlen aushacken, Goldruten ausreissen oder zweimal jährlich mähen. Im Reussdelta kommen in einzelnen Flächen solche Spezialmassnahmen zum Einsatz.

Hochstaudenried im Reussdelta
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