Eine Welt für sich

Alte alleinstehende Bäume sind eine Welt für sich. Auf ihren Blättern und in den Ritzen ihrer Rinde leben Blattläuse, Milben, kleine Käfer und eine Menge anderer Insekten. Von diesen ernähren sich Spinnen, grössere Käfer und Vögel. In Baumhöhlen brüten Spechte, Meisen, Schläfer und Fledermäuse. Die Liste der Tiere, die auf einem einzelnen Baum leben können, ist lang. Und jede Baumart beherbergt eine eigene spezifische Lebensgemeinschaft.

Vorkommende Pflanzenarten:

Vorkommende Tiere:

Einzelbaum im Reussdelta

Fakten und eine Prise Philosophie

Für uns Menschen haben Einzelbäume vor allem einen Wert als markantes und schönes Landschaftselement. Wissenschafter können den Wert eines Baumes auch in nackten Zahlen wiedergeben:

Früher war der Zugang zu den Bäumen von der Mythologie geprägt. Fast jeder Baumart wurden spezielle Kräfte zugeordnet. Weiden besassen beispielsweise Heilkräfte. Nach einem alten Glauben kann man Zahnschmerzen wie folgt loswerden: Der Schmerzgeplagte geht nachts bei zunehmendem Mond auf die Weide zu und spricht: «Guten Abend, liebe Weide. Ich bringe dir meine Zahnschmerzen heute und wünsche, dass sie bei dir bestehen und bei mir vergehen». Wir mögen das heute als Aberglauben abtun, ganz kalt lässt ein alter Baum aber wohl niemanden. Was stellt sich bei Ihnen für ein Gefühl ein, wenn Sie unter einer alten Silberweide stehen, an ihrem verrissenen, dickborkigen Stamm in die mächtige Krone mit den grün-silbrig schimmernden Blätter hochblicken? Ehrfurcht vielleicht?

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